Teil 2:
Gloria sagte zunächst nichts. Dann bezeichnete sie den Eintrag als Verwechslung, doch die Krankenschwester drehte den Bildschirm so, dass auch ich Lizzys Namen, Geburtsdatum und Glorias dokumentierte Unterschrift erkennen konnte.
Der frühere Besuch war kein Irrtum.
Lizzy war damals mit auffälliger Erschöpfung und starkem Gewichtsverlust hervorgebracht worden. Noch bevor alle Untersuchungen beendet waren, hatte Gloria darauf bestanden, sie wieder mitzunehmen.
Am Rande der Akte stand eine kurze Notiz, die mir den Atem nahm: Das Kind habe gefragt, ob es zu Hause diesmal die Tür offen lassen dürfe.
Meine Mutter greift nach dem Bildschirm.
Die Krankenschwester schob ihn außer Reichweite und sagte ruhig: „Fassen Sie hier nichts an.“
Gloria wechselte sofort ihre Taktik.
Plötzlich sprach sie nicht mehr von Entführung, sondern von einem schwierigen Kind, das Geschichten erfinde, Essen verweigere und sich selbst verstecke, sobald man Grenzen setze.
Lizzy drückte sich enger an mich.
Ich spürte, wie sie bei jedem Satz kleiner zu werden versuchte.
„Sie geht heute nicht mit Ihnen“, sagte ich.
Meine Mutter lächelte kalt. „Das entscheidest nicht du.“
„Heute entscheidet das auch nicht Ihre Drohung“, widerte die Krankenschwester. Sie notierte Glorias Worte aus dem Wartebereich und legte mein Telefon neben die Akte. „Bis geklärt ist, was passiert ist, bleibt Lizzy hier.“
Walt startete noch immer auf den Boden.
Ich fragte ihn, warum derselbe Riegel, den er in seiner Garage benutzte, außen an Lizzys Tür befestigt gewesen sei.
Gloria antwortete für ihn: „Er weiß von nichts.“
Da hob Walt langsam den Kopf.
Sein Gesicht war grau, und seine Hände zitterten auf den Knien.
„Hör auf, Gloria“, sagte er.
Meine Mutter fuhr zu ihm herum.
Walt sah nicht sie an, sondern Lizzy.
Dann sagte er den Satz, der alles veränderte:
„Es war nicht das erste Mal. Gloria sagte immer, der Schrank würde sie zur Vernunft bringen.“
Schreib TÜR, dann poste ich Teil 3.