Die Reaktion bezog sich darauf, dass er etwas hinzugefügt hatte.
Phase 3 – Michael wartet nicht, bis es zu spät ist
Nina sah, wie Michail selbstbewusst vortrat, als ob seine alte Arbeitsmoral zurückgekehrt wäre. Er ging zum nächsten Kellner und sagte kurz etwas. Eine Minute später schaltete einer der Angestellten die Musik komplett aus, und der Gastgeber, verwirrt über das Geschehen, verstummte mitten im Satz.
Greg versuchte aufzustehen, um sein Gesicht zu wahren. Offensichtlich wollte er zeigen, dass alles in Ordnung war. Doch seine Knie gaben nach: Er schwankte, griff nach der Tischkante und wäre beinahe mitsamt der Tischdecke umgefallen.
„Wasser!“, rief jemand aus dem Publikum.
„Er ist nur nervös!“, rief eine Frau laut vom Tisch neben Gregs Verwandten. Vielleicht seine Tante, vielleicht eine von denen, die allzu selbstsicher lächelten.
Mikhail beugte sich zu Nina vor, sodass nur sie es hören konnte:
„Sie haben bereits einen Krankenwagen gerufen. Und lass ihn nicht allein. Lass alle sehen, dass du da bist. Sonst wird er alles ruinieren.“
Nina begriff: Michail hatte nicht nur gesehen, wie er sie „triefend“ beglückte. Michail verstand, wie solche Leute später aus der Patsche kommen.
Plötzlich packte Greg Nina am Ellbogen, schmerzhaft und scharf, seine Finger gruben sich in ihr Fleisch.
„Du …“, zischte er, und das „Du“ war nicht „geliebt“. Das „Du“ war erfüllt von Anklage, Verwirrung und Wut. „Was hast du getan?“
Nina sah ihm direkt in die Augen und antwortete ganz ruhig:
– Nichts. Ich habe einfach nicht aus meinem Glas getrunken.
Es war wie ein Schlag ins Gesicht.
Greg blinzelte, und zum ersten Mal huschte ein Hauch von Angst über seine Augen.
Phase 4 – Krankenwagen und die Entdeckung unter der Jacke
Der Krankenwagen traf schnell ein – das Restaurant befand sich im Zentrum, der Sicherheitsdienst öffnete die Schranke, und die Sanitäter betraten das Restaurant, als wäre es kein Grund zum Feiern, sondern ein Routineeinsatz.
„Was haben Sie eingenommen? Alkohol? Tabletten?“, fragte der Arzt und setzte sich neben Greg.
„Nichts!“, versuchte Greg scharf zu erwidern, doch seine Stimme versagte. „Ich … nur …“
Er trank nicht aus. Sein Gesicht wurde blass, seine Lippen trocken. Er griff erneut nach dem Wasserglas, doch seine Hand zitterte so stark, dass das Glas klirrte.
Der Arzt bat ihn, seine Jacke aufzuknöpfen. Der Kellner wollte ihm helfen, doch Michail trat vor und knöpfte sie selbst vorsichtig auf – ruhig und ohne Aufhebens.
Und dann fiel eine kleine Blisterpackung aus der Innentasche. Zwei Tabletten fehlten. Der Rest lag flach da, wie ein Beweisstück.
Es wurde still im Raum. Keine freudige Stille, sondern die Art von Stille, die eintritt, wenn allen plötzlich klar wird, dass dies kein Familientreffen mehr ist, sondern geschäftlicher Natur.
„Wessen Tabletten?“, fragte der Arzt.
Greg versuchte, nach der Blisterpackung zu greifen, aber Mikhail war schneller. Nicht abrupt, einfach nur schneller.
„Ich habe gesehen, wie er etwas mit dem Glas gemacht hat“, sagte Michail laut, damit es jeder hören konnte. „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.“
Mehrere Gäste stießen einen überraschten Laut aus. Jemand hielt sich den Mund zu. Ninas Vater, Sergei Pawlowitsch, stand regungslos an der gegenüberliegenden Wand. Sein Gesicht war grau geworden, als ob ihm plötzlich die Luft abgeschnürt worden wäre.
„Du bist… verrückt“, flüsterte er.
Greg lehnte auf dem Sofa an der Wand, sein „Selbstvertrauen“ tropfte von ihm ab wie Wasser.
Der Arzt betrachtete die Blase, dann Greg und sagte trocken:
„Es wirkt wie ein starkes Beruhigungsmittel. Man könnte damit sehr lange schlafen.“
Nina spürte, wie etwas Kaltes in ihr aufstieg, höher als bis zu ihrer Kehle.
„Seit sehr langer Zeit“ – das klang nur allzu bekannt.