Der Landbesitzer gab seine ungeliebte Tochter seinem stärksten Sklaven… Niemand konnte sich vorstellen, was er mit ihr anstellen würde.

Der Landbesitzer gab seine ungeliebte Tochter seinem stärksten Sklaven… Niemand konnte sich vorstellen, was er mit ihr anstellen würde.

“Du! Isaak!”, rief Silas.

Der Riese drehte sich langsam um, sein Gesichtsausdruck war nicht zu deuten.

„Du bist das stärkste Maultier, das ich habe“, höhnte Silas. „Und ich habe eine schwere Last, die ich nicht mehr tragen möchte.“

Silas ging die Treppe hinunter und packte die Griffe von Charlottes Rollstuhl. Er schob ihn ruckartig vorwärts, die Räder rutschten über den Boden, bis er nur noch wenige Meter von Isaac entfernt war.

Charlotte keuchte auf, klammerte sich an die Armlehnen, ihr Herz pochte gegen ihre Rippen wie das eines gefangenen Vogels.

„Das ist Charlotte“, verkündete Silas der Menge mit zitternder Stimme. „Sie nützt mir nichts. Sie isst mir das Essen weg, belegt meine Zimmer und gibt mir nichts zurück. Ich habe genug von ihr.“

Ein kollektiver Jubel ging durch die Menge. Mamie versuchte vorzurücken, aber der Vorarbeiter hielt sie auf.

„Isaac“, sagte Silas und trat zurück. „Sie gehört jetzt dir. Bring sie zur alten Tabakscheune am Weiderand. Du kannst sie füttern, baden, mit ihr machen, was du willst. Mir ist es egal. Hauptsache, ich sehe sie nie wieder in meinem Haus.“

Charlotte hatte das Gefühl, die Welt drehe sich um sie. Die alte Tabakscheune lag in Trümmern, eine Meile vom Haupthaus entfernt, von Ungeziefer befallen und undicht. Es war ein Anblick des Todes.

„Vater, bitte“, flüsterte sie, ihre Stimme kaum hörbar.

„Ruhe!“, brüllte Silas. „Ich bin nicht länger euer Vater. Ich bin euer Herr, und ich habe euch neu zugeteilt.“ Dann wandte er sich an Isaak. „Bringt sie weg. Verschwindet mit ihr aus meinen Augen.“

Isaac blickte auf den Korporal und dann auf die verängstigte junge Frau, die
auf dem Stuhl saß. Einen langen, bangen Moment lang verharrte er regungslos. Dann, mit einer fließenden Bewegung, die nicht zu seiner Größe passte, machte er einen Schritt nach vorn.

Er nahm den Rollstuhl nicht. Stattdessen bückte er sich und hob Charlotte hoch, als ob sie mehr wiegen würde als ein Baumwollbeutel.

Sie presste die Augen zusammen, voller Angst, er würde sie loslassen, voller Angst vor diesem riesigen Fremden, voller Angst vor der Zukunft. Doch er ließ sie nicht los. Er hielt sie fest, fast zärtlich, an seine Brust gedrückt.

Ohne einen Blick zurück auf den Korporal zu werfen, drehte sich Isaac um und begann den langen Weg zum Rand der Weide, wobei seine Stiefel auf dem Boden knirschten.

Der Spaziergang dauerte zwanzig Minuten. Charlotte hielt die meiste Zeit die Augen geschlossen, Tränen sickerten hindurch und durchnässten Isaacs raues Leinenhemd.

Er wartete darauf, dass sie sprach, ihn verfluchte, sich über das Gewicht beklagte. Doch sie schwieg. Die einzigen Geräusche waren ihr gleichmäßiger Atem und das rhythmische Klappern ihrer Schritte.

Als sie die alte Scheune erreichte, wurde ihr das ganze Ausmaß der Situation bewusst. Das Gebäude war nur noch ein Gerippe. Das Holz war grau und verwittert, zwischen den Brettern wiesen sie deutlich sichtbare Löcher auf. Das Dach war notdürftig mit Blech und Moos geflickt. Drinnen lag der Geruch von altem Heu und feuchter Erde in der Luft.

Isaac führte sie hinein. Dort standen ein einfaches Kinderbett, ein kleiner Holzofen und ein Tisch, dessen eines Bein angehoben war.
Seine Bewegungen waren präzise. Er nahm eine grobe Wolldecke und deckte ihre Beine zu.

Zum ersten Mal blickte Charlotte ihm in die Augen. Sie erwartete die Ungeschicklichkeit eines Grobians oder den Zorn eines Mannes, der gezwungen war, eine weitere Aufgabe zu übernehmen. Stattdessen sah sie etwas, das sie überraschte. Seine Augen waren intelligent, dunkel und von tiefer Traurigkeit erfüllt.

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