Meine kleine Schwester gab ihr Essensgeld aus, um einem einsamen Jungen im Krankenhaus einen Geburtstagskuchen zu kaufen – am nächsten Morgen fanden wir einen schwarzen Ballon über einer roten Schachtel auf unserem Rasen

Meine kleine Schwester gab ihr Essensgeld aus, um einem einsamen Jungen im Krankenhaus einen Geburtstagskuchen zu kaufen – am nächsten Morgen fanden wir einen schwarzen Ballon über einer roten Schachtel auf unserem Rasen

„Teile?“

„Die kostenlosen Teile.“

Ich legte ihr Hemd hin. „Della.“

Sie seufzte wie eine winzige, müde Oma. „Niemand stirbt daran, wenn er auf Dosenpfirsiche verzichtet.“

„Warum sparst du dein Essensgeld, du Äffchen?“

Sie drückte die Dose an sich. „Ich habe ein Projekt. Ein Junge im Krankenhaus.“

„Die kostenlosen Teile.“

Das Krankenhaus lag zwei Blocks von ihrer Schule entfernt. Della ging mit den Keene-Kindern und Mrs. Keene, die an der Ecke auf sie traf.

Trotzdem zog es mir das Herz zusammen.

„Welcher Junge im Krankenhaus?“

„Der im Fenster im dritten Stock. Er sieht uns beim Vorbeigehen zu.“

„Hast du mit ihm gesprochen?“

„Nein. Zuerst habe ich nur gewunken.“

„Zuerst?“

„Hast du mit ihm gesprochen?“

„Heute war er draußen“, sagte sie. „Im Garten. In einem Rollstuhl mit einer grünen Decke. Schwester Gloria war bei ihm, also meinte Frau Keene, ich könnte Hallo sagen.“

Ich atmete wieder tief durch.

„Was hast du gesagt?“

„Ich hab gefragt, ob er der Junge vom Fenster ist.“

„Und?“

„Er hat gefragt, ob ich das winkende Mädchen bin.“

Ein schüchternes Lächeln huschte über ihr Gesicht.

„Was hast du gesagt?“

„Er heißt Tobias. Er wird morgen 11. Er mag Dinosaurier und hasst Vanillepudding.“

„Das hast du heute alles erfahren?“

„Er redet schnell, wenn ihm jemand zuhört.“

Dieser Satz blieb mir im Gedächtnis.

Ich schaute auf die Blechdose. „Und das Geld fürs Mittagessen?“

„Er hat gesagt, dass niemand zu seinem Geburtstag kommt.“

„Schatz, seine Eltern haben vielleicht ihre Gründe.“

„Er wird morgen 11.“

„Ich weiß“, sagte sie. „Aber er sah trotzdem traurig aus.“

Dann öffnete sie ihren Rucksack und holte einen kleinen Supermarktkuchen und einen Dinosaurier aus dem 1-Dollar-Laden mit einem schiefen Auge heraus.

„Ich hab 11,40 Dollar ausgegeben“, sagte sie. „Jede Münze, die ich hatte.“

Meine Augen brannten. „Du hast dein ganzes Essensgeld ausgegeben?“

„Ich hab’s nicht verschenkt. Ich hab’s ausgegeben.“

„Für einen Jungen, den du kaum kennst?“