Bosnien schreibt WM-Geschichte – und Deutschland feiert heimlich mit

Bosnien schreibt WM-Geschichte – und Deutschland feiert heimlich mit

Die Fans, die jetzt endlich feiern dürfen

Hinter der Mannschaft steht eine Anhängerschaft, die ihresgleichen sucht: die BH Fanaticos.

Ihre eigentliche Stärke liegt in der bosnischen Diaspora. Die größten Gruppen außerhalb des Landes finden sich ausgerechnet in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schweden – die Ableger in Skandinavien sowie in Österreich und Slowenien gehören seit Jahren zu den aktivsten überhaupt.

Und eines muss man den Bosniern lassen: Feiern können sie wie kaum ein anderes Volk.

Nach Jahren des Wartens, des Hoffens und der Enttäuschungen lassen sie es jetzt endlich so richtig krachen – auf den Rängen in den USA genauso wie auf den Straßen von Berlin, Wien und Zürich.

Der Fan-Song, der die großen WM-Hymnen vergessen lässt

Vergesst die pompösen WM-Hymnen vergangener Turniere – Bosniens Anhänger haben ihren ganz eigenen Soundtrack.

Aus nahezu jedem Lokal, jedem Autoradio und Millionen Handys dröhnt derzeit ein Lied der bosnischen Band Dubioza Kolektiv. Auf YouTube hat es längst zweistellige Millionen-Aufrufe gesammelt und ist über TikTok und Instagram zur inoffiziellen WM-Hymne 2026 geworden.

Bekannt ist der Song heute unter dem Titel “I am from Bosnia, take me to America” – erschienen ist er aber bereits 2011 unter dem Namen “U.S.A.”.

Dabei geht es im Lied gar nicht um Fußball. Es erzählt von den Träumen bosnischer Auswanderer, die während des Krieges ihre Heimat verlassen mussten und ihr Glück in Amerika suchten. Am Ende erkennen die Protagonisten jedoch: Der große amerikanische Traum ist oft nur Schall und Rauch – und nichts auf der Welt ersetzt die Heimat.

Zur Hymne wurde der Song, als bosnische Fans im Playoff gegen Wales ein riesiges Banner mit dem Liedtitel entrollten – als Anspielung auf eine mögliche Reise zur WM in die USA.

Die schöne Pointe: Während die echten Migranten im Lied nur davon träumten, nach Amerika zu kommen, haben es die “Drachen” heute tatsächlich geschafft – sie stehen mitten in den USA auf der größten Bühne des Weltfußballs.

Wie es jetzt weitergeht

Wie weit die Reise noch führt, ist offen.

Im Sechzehntelfinale trifft Bosnien aller Voraussicht nach auf Co-Gastgeber USA – endgültig fixiert ist der Gegner aber erst, wenn alle Gruppen ausgespielt sind. Leicht wird es nicht, doch dieses Team hat in den vergangenen Monaten eindrucksvoll bewiesen, dass es mit niemandem zu rechnen vergisst.

Ein Herz, zwei Seelen

Am Ende ist dieses bosnische Märchen vor allem die Geschichte junger Männer mit zwei Seelen in der Brust.

Viele von ihnen wurden in Deutschland, Österreich oder der Schweiz geboren und groß. Sie hätten sich auch für ihre Geburtsländer entscheiden können – und entschieden sich doch für Bosnien.

Denn egal, wie weit das Leben sie weggetragen hat: Irgendwann zieht es jeden zurück zu seinen Wurzeln. Weil kein Ort der Welt sich anfühlt wie die Heimat.

Bist du auch mit den “Zmajevi” durch dieses Turnier gefiebert? Erzähl uns in den Kommentaren, wo du den Sieg gefeiert hast – und teile diesen Beitrag mit allen, deren Herz für Bosnien schlägt! 🇧🇦

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