Diese Bäume waren nicht einfach Dekoration. Mein Vater hatte einige davon eigenhändig gepflanzt, als ich noch ein Kind war. Ich erinnere mich noch genau daran, wie er stundenlang mit Erde an den Händen im Garten arbeitete. Für ihn bedeuteten diese Bäume Schutz, Ruhe und Familie. Sie spendeten Schatten im Sommer, hielten den Wind ab und gaben unserem Grundstück Privatsphäre.
Und nun waren sie einfach verschwunden.
„Für die Aussicht“, sagte meine Schwester bitter.
Erst da bemerkte ich die Häuser oben am Hügel. Von dort aus hatte man plötzlich freie Sicht über das Tal. Die Nachbarn nannten es später „verbesserte Aussicht“ oder „Sichtkorridor“, als wäre das alles völlig normal gewesen.
In diesem Moment wurde mir klar, dass für manche Menschen unsere Geschichte einfach nur ein Hindernis gewesen war.
Doch sie hatten etwas Entscheidendes vergessen.
Die einzige Zufahrtsstraße zu ihren Häusern verlief direkt über mein Grundstück.
Ich stand lange schweigend da und sah auf die Baumstümpfe. Dann traf ich eine Entscheidung.
Noch am selben Abend schloss ich das große Tor an der Zufahrt.
Am nächsten Morgen ging nichts mehr.
Keine Autos.
Keine Lieferungen.
Keine Handwerker.
Keine Besucher.
Die Straße blieb leer.
Plötzlich wollten alle reden.
doch danach änderte sich alles