Ihre Arbeit mit klinischen Studien zu experimentellen Therapien gegen Verhaltensstörungen und oppositionelles Trotzverhalten weckte die Hoffnung, dass die Wissenschaft dort Lösungen bieten könnte, wo traditionelle Erziehungsmethoden versagt hatten. Die medizinische Einrichtung, in der diese Studien durchgeführt wurden, war auf Jugendpsychiatrie spezialisiert, und Linda hatte sich bevorzugten Zugang zu den innovativsten Therapieansätzen gesichert.
Die von ihrem Arbeitgeber angebotene Krankenversicherung umfasste umfassende Leistungen im Bereich der psychischen Gesundheit, und Linda hatte alle verfügbaren Ressourcen genutzt, um Marcus’ Verhalten zu verstehen und damit umzugehen. Familientherapiesitzungen, Einzelberatungen, Gruppeninterventionen und sogar Beratungen zu stationären Behandlungen waren zu festen Bestandteilen ihres Lebens geworden. (Vollständige Geschichte)
Doch trotz aller Bemühungen der medizinischen Fachkräfte und modernster Therapien verschlimmerte sich Marcus’ Verhalten weiter. Die Medikamente, die bei anderen Jugendlichen geholfen hatten, schienen bei ihrem Sohn wirkungslos zu sein. Er betrachtete jede Intervention als amüsantes Spiel und nicht als ernsthaften Versuch, ihm zu helfen.
Auswirkungen auf die Gemeinschaft
Die Einbrüche, die Marcus in Millfield Heights begangen hatte, hatten das Sicherheitsgefühl, das die Gemeinschaft geprägt hatte, zutiefst erschüttert. Der Nachbarschaftsverein hatte einen privaten Sicherheitsdienst engagiert, die Bewohner hatten teure Alarmanlagen installiert, und die einst freundliche Atmosphäre abendlicher Spaziergänge mit den Hunden und ungezwungener Gespräche war misstrauischen Blicken und verschlossenen Türen gewichen.
Die Medien berichteten nur wenig über die Einbruchserie – die Lokalzeitungen konzentrierten sich auf die Statistiken zu Eigentumsdelikten und weniger auf die menschlichen Folgen eines Einbruchs. Doch für die betroffenen Familien reichte der psychische Schaden weit über den Wert der gestohlenen Elektronik und des fehlenden Schmucks hinaus.