Frau Henderson, die ältere Dame, deren Haus zuletzt Ziel eines Einbruchs gewesen war, litt unter Angstzuständen, die ihr den Schlaf raubten. Familie Patel, in deren Auto dreimal eingebrochen worden war, hatte Überwachungskameras und Bewegungsmelder installiert, die ihre Einfahrt in eine Überwachungszone verwandelten. Der Fall der Familie Morrison, wo Marcus einen Laptop mit jahrelang gesammelten Familienfotos und wichtigen Dokumenten gestohlen hatte, verdeutlichte einen unersetzlichen Verlust, den keine Versicherung ausgleichen konnte.
Die Baupläne für Neubauten in der Nachbarschaft enthielten nun Sicherheitsmerkmale, die noch Monate zuvor als unnötig erachtet worden waren. Die Bürgerversammlungen, die sich einst mit Spielplatzverbesserungen und der Verschönerung der Straßen befasst hatten, konzentrierten sich nun auf Kriminalprävention und Maßnahmen zur persönlichen Sicherheit.
Der Wendepunkt
Der Gerichtssaal im Hamilton County Courthouse war für eine Jugendverhandlung ungewöhnlich voll. Mehrere Opfer von Marcus waren erschienen, in der Hoffnung, dass ihnen für die erlittene Angst und Gewalt Gerechtigkeit widerfahren würde. Linda Chen saß wie bei jeder vorherigen Gerichtsverhandlung in der ersten Reihe und klammerte sich an die Hoffnung, dass es diesmal anders sein würde.
Richterin Patricia Williams hatte fünfzehn Jahre lang Jugendstrafsachen verhandelt und dabei die Fähigkeit entwickelt, zwischen Jugendlichen, die Fehler begangen hatten, und solchen, die die Rechte anderer aufrichtig missachteten, zu unterscheiden. Marcus Chens Akte zeichnete das Bild eines eskalierenden kriminellen Verhaltens gepaart mit völliger Reuelosigkeit – eine Kombination, die darauf hindeutete, dass traditionelle Maßnahmen der Jugendhilfe möglicherweise nicht ausreichen würden.
Als Marcus den Gerichtssaal betrat, unterschied ihn sein Auftreten sofort von typischen jugendlichen Angeklagten. Er wirkte weder nervös noch besorgt über den Prozess, und er nahm weder die Opfer noch deren Familien auch nur ansatzweise wahr. Stattdessen strahlte er die lässige Selbstsicherheit eines Schülers aus, der eine eher unspektakuläre Schulversammlung besucht. (Vollständige Geschichte)