Sie brachten ihn weg, und ich stand mitten auf der Tanzfläche in meinem Brautkleid und starrte auf die Türen, nachdem die Trage weggebracht worden war.
Ich erinnere mich an die Ankunft der Sanitäter.
Mir liefen die Tränen über das Gesicht.
Jemand legte mir einen Mantel um die Schultern, aber ich spürte kaum etwas.
Karl war fort, und ein Leben ohne ihn schien mir unmöglich.
***
Ein Arzt bestätigte die Vermutung des Sanitäters. Karl war an einem Herzinfarkt gestorben.
Vier Tage später habe ich ihn begraben.
Ich habe alles organisiert, weil es sonst niemanden gab, der das tun konnte.
Karl war fort, und ein Leben ohne ihn schien unmöglich.
Der einzige Verwandte, den ich in seinen Telefonkontakten fand, war ein Cousin namens Daniel. Er kam zur Beerdigung, aber sonst niemand aus Karls Familie begleitete ihn.
Nach der Beerdigung stand er allein am Rand des Grundstücks, die Hände in den Manteltaschen, wie ein Mann, der gehen wollte, aber wusste, dass es schlecht aussehen würde, wenn er es täte.
Ich ging auf ihn zu, denn die Trauer hatte mir inzwischen jede Sanftmut geraubt. „Du bist Karls Cousin, nicht wahr?“
Er nickte. „Daniel.“
Er kam zur Beerdigung, aber sonst niemand aus Karls Familie begleitete ihn.
„Ich dachte, ihre Eltern würden kommen.“
„Ja…“ Daniel rieb sich den Nacken. „Sie sind komplizierte Menschen.“
Diese Worte ließen meine Wut so schnell ansteigen, dass ich selbst überrascht war.
“Was bedeutet das? Ihr Sohn ist tot.”
Er sah mich an und wandte dann den Blick ab. „Das sind reiche Leute. Die verzeihen keine Fehler wie den, den Karl gemacht hat.“
“Welche Fehler?”
„Das sind komplizierte Menschen.“
Daniels Handy vibrierte. Er starrte auf den Bildschirm, als hätte es ihn gerettet.
„Tut mir leid“, sagte sie schnell. „Ich muss gehen.“
“Daniel”.
Aber es hatte sich bereits bewegt, schnell genug, um fast wie Panik auszusehen.
Das war der erste Riss.
Das zweite Mal passierte es noch in derselben Nacht, in dem Haus, das Karl und ich bewohnt hatten.
Er blickte auf den Bildschirm, als hätte dieser ihn gerettet.