Was allerdings immer dazugehört, sind Zwiebeln oder Röstzwiebeln. Manchmal bin ich ehrlich gesagt zu faul zum Schneiden oder habe gerade keine frischen Zwiebeln im Haus. Dann nehme ich Röstzwiebeln – und ganz ehrlich: Die geben sogar einen leicht karamellisierten Geschmack, den viele in meinen Frikadellen für „ein Geheimnis“ halten. Ich schmunzle dann immer und sage: „Nein, das Geheimnis ist nur, dass ich manchmal zu faul bin, Zwiebeln zu schneiden.“
Dann kommen Kräuter dazu – Petersilie, Schnittlauch, manchmal sogar Majoran, wenn ich etwas würziger essen möchte. Salz, Pfeffer, vielleicht etwas Knoblauchgranulat, wenn ich Lust habe. Und am Ende natürlich das Paniermehl. Ich mache das immer nach Gefühl, wie jede Hausfrau. Die Masse darf nicht zu hart sein, aber sie muss gut formbar bleiben. Wenn sie zu weich ist, füge ich etwas Paniermehl hinzu, wenn sie zu trocken ist, gebe ich einen kleinen Schluck Wasser dazu. Ich sage immer: Ein Frikadellen-Teig ist wie ein kleines Kind – man muss spüren, was er gerade braucht.
Sobald alles gut vermengt ist, forme ich die Frikadellen, und hier mache ich sie bewusst etwas kleiner als früher. Früher habe ich große, schwere Frikadellen gemacht, heute mache ich eher kleinere Kugeln, weil sie im Ofen gleichmäßiger garen und schneller saftig bleiben. Und dann ab aufs Backblech, 220 Grad, 20 bis 25 Minuten – fertig. Der Duft, der dann durch die Küche zieht, ist unglaublich. Kein Öl, keine Spritzer, keine Pfanne – einfach nur der pure Geschmack des Fleisches und der Gewürze.
Und jetzt kommt der Teil, den viele unterschätzen: Wenn die Frikadellen aus dem Ofen kommen, lasse ich sie immer 3–4 Minuten ruhen. Das ist wie bei Fleisch: Es wird saftiger, wenn man ihm einen Moment Zeit gibt. Es setzt sich, es entspannt sich, und genau dann entfaltet es die perfekte Konsistenz.
Ich könnte dir stundenlang erzählen, wie viele Varianten ich ausprobiert habe – mit Parmesan, mit Kräutern, mit Chili, mit getrockneten Tomaten, sogar einmal mit Feta-Stückchen im Inneren. Die Kinder lieben die Variante mit Käse, mein Mann bevorzugt die klassische Version, und meine Nachbarin schwört auf die Geflügelversion und sagt, seitdem sie das Rezept kennt, kocht sie Frikadellen viel öfter, weil sie kein Öl mehr benutzen muss und es ihr deutlich leichter bekommt.