Teil 2:

Teil 2:
Am folgenden Tag öffnete ich während meiner Mittagspause die Liveübertragung auf meinem Handy. Meine Hände zitterten leicht, obwohl ich mir immer wieder sagte, dass ich wahrscheinlich nichts Ungewöhnliches sehen würde.
In den ersten Minuten wirkte tatsächlich alles normal.
Florence saß bequem im Wohnzimmer und fütterte Hannah. Meine Tochter war ruhig. Sie weinte nicht, spannte ihren Körper nicht an und zeigte keine Spur jener Angst, die mich seit Tagen verfolgte.
Florence sprach leise mit ihr und wippte sie behutsam im Arm. Genau so hatte ich die beiden auch bei meinen Kontrollanrufen erlebt.
Für einen Moment schämte ich mich beinahe für die Kameras.
Vielleicht hatte ich Brandon tatsächlich Unrecht getan. Vielleicht reagierte Hannah nur auf seine tiefere Stimme oder auf die ungeduldige Art, mit der er sie manchmal hochhob.
Dann öffnete sich die Haustür.
Brandon kam herein.
Ich runzelte die Stirn und rückte näher an den Bildschirm. Noch am Morgen hatte er mir erklärt, er werde den gesamten Nachmittag in Besprechungen verbringen.
Er hätte nicht zu Hause sein dürfen.
Florences Haltung veränderte sich in dem Augenblick, in dem sie ihn bemerkte. Ihre Schultern spannten sich an, und sie drückte Hannah unwillkürlich enger an sich.
Brandon ging mit einem Lächeln auf die beiden zu.
Doch dieses Lächeln erreichte seine Augen nicht.
Ich hielt das Handy so fest, dass meine Finger schmerzten.
Hannah hatte ihn noch nicht gesehen. Sie lag ruhig in Florences Armen, während Brandon immer näher kam.
Florence sagte etwas zu ihm, doch die Kamera übertrug ihre Worte nur undeutlich. Brandon antwortete nicht. Er blieb direkt vor ihr stehen und streckte die Hand nach Hannah aus.
Florence wich zurück.
In diesem Moment drehte Brandon den Kopf in Richtung Flur – genau dorthin, wo ich die dritte Kamera versteckt hatte.
Dann sah ich etwas, das mein Herz für einen Schlag aussetzen ließ.
Schreib KIND, dann poste ich Teil 3.