Teil 2:
Der Ermittler sagte, der Nachbar sei sofort zu Eli gelaufen und habe den Notruf gewählt. Von meiner Mutter und Vanessa hatte der Rettungsdienst bis zu diesem Zeitpunkt keine verständliche Erklärung erhalten.
Ich musste mich an der Wand abstützen.
„War er allein dort draußen?“, fragte ich.
Der Ermittler antwortete nicht sofort. Sein Blick glitt kurz zum Fenster der Intensivstation, hinter dem mein Sohn lag.
„Als der Nachbar ihn fand, ja.“
Durch die Scheibe sah ich Eli zwischen Schläuchen, Kabeln und Monitoren. Unter der Decke wirkte sein Körper so klein, dass ich für einen Moment nicht begriff, wie all diese Verletzungen überhaupt an ihm Platz finden konnten.
Der Chirurg erklärte, die nächsten Stunden seien entscheidend. Eli werde engmaschig überwacht, und niemand könne mir zu diesem Zeitpunkt versprechen, dass er außer Lebensgefahr sei.
Ich legte meine Hand gegen das Glas.
In meinem Kopf hörte ich wieder das Lachen meiner Mutter und Vanessas kalte Stimme. Keine von beiden hatte gefragt, ob Eli noch lebte. Keine hatte versucht, mich zu beruhigen oder behauptet, es sei ein Unfall gewesen.
Sie hatten nur gesagt, er habe es verdient.
In diesem Moment verstand ich, dass sie meinen Sohn nicht einfach aus den Augen verloren hatten. Sie wussten, was im Garten geschehen war, und versuchten, etwas vor mir zu verbergen.
Ich wollte den Ermittler fragen, was Eli dort draußen getan hatte und wer zuletzt bei ihm gewesen war.
Doch bevor ich sprechen konnte, hallten schnelle Schritte über den Flur.
Die Tür zur Station wurde aufgestoßen.
Meine Mutter und Vanessa kamen herein, sahen mich vor Elis Zimmer stehen – und begannen sofort zu schreien.
Schreib SOHN, dann poste ich Teil 3.
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