Da sie als ungeeignet für die Ehe galt, gab ihr Vater sie 1856 der stärksten Sklavin, Virginia.

Da sie als ungeeignet für die Ehe galt, gab ihr Vater sie 1856 der stärksten Sklavin, Virginia.

Als auch der zwölfte Mann sie zurückwies, hörte Elellanar auf, sich Gedanken darüber zu machen, sich für Präsentationen elegant zu kleiden.

Sie kannte das Ergebnis bereits.

Zuerst schauten sie sich den Rollstuhl an.

Immer der Rollstuhl.

Niemals sie.

In jener Nacht, nachdem William Foster das Anwesen trotz der enormen Mitgift betrunken und gleichgültig verlassen hatte, saß Elellanar allein am Kamin in der Bibliothek.

Der Regen peitschte gegen die Fenster.

Sein Vater stand schweigend am Kamin und rührte den Bourbon in einem Kristallglas um.

Mehrere Minuten lang sprach keiner von beiden.

Dann schließlich sprach er die Worte aus, die alles verändern sollten.

„Ich werde Josiah an euch ausliefern.“

Elellanar hob langsam den Blick.

“Verzeihung?”

„Der Schmied“, antwortete er.

Sein Herz hörte auf zu schlagen.

Josiah.

Jeder auf dem Bauernhof kannte Josiah.

Hoch.

Breitschultrig.

Ruhig.

Der stärkste Mann, den die Whitmore-Plantage je gesehen hatte.

Mit eiskalter Präzision bearbeitete er das Eisen, hämmerte das glühende Metall unter einem Funkenregen, während ihm der Schweiß auf die von jahrelanger Arbeit gezeichnete Haut tropfte.

Die Frauen begriffen es.

Die Männer fürchteten ihn.

Und obwohl Josiah ein Sklave war, verhielt er sich mit einer Würde, die die weiße Gesellschaft schockierte.

Er senkte seinen Blick nie, wie es die anderen taten.

Er hat nie um Almosen gebettelt.

Ich habe noch nie falsch gelächelt.

Er hielt einfach durch.

—Vater — flüsterte Elellanar vorsichtig—, Josia ist ein Sklave.

„Ich weiß ganz genau, wer er ist.“

Der kalte Tonfall in der Stimme seines Vaters ließ ihm den Magen umdrehen.

„Was willst du damit sagen?“

Oberst Whitmore trank aus.

„Was ich damit sagen will, ist, dass dich kein anständiger Mann heiraten wird.“

Die Wahrheit hatte umso mehr Wirkung, weil sie unverblümt ausgesprochen wurde.

„Aber Josiah wird gehorchen“, sagte er und hielt inne. „Und er ist stark genug, um sich um dich zu kümmern.“

Elellanar spürte die Demütigung in seiner Brust brennen.

Nicht etwa, weil Josia schwarz war.

Nicht etwa, weil er versklavt gewesen war.

Aber weil ihr Vater die Ehe als bloßes Geschäftsverhältnis ansah.

Eine Transaktion.

Eine Lösung.

„Niemand kann gezwungen werden, mich zu lieben“, sagte sie.

„Liebe ist irrelevant.“

Dieser Satz hallte noch lange im Raum nach, nachdem er gegangen war.

Liebe spielt keine Rolle.

Für Richard Whitmore war es immer so gewesen.

Zwei Tage später wurde Josia ins Haupthaus gerufen.

Elellanar beobachtete ihn vom Türrahmen des Wohnzimmers aus, als er eintrat.

Er nahm respektvoll seinen Hut ab, blieb ansonsten aber völlig regungslos.

Mit seinen 193 Zentimetern wirkte er fast zu groß für den Raum.

Die Narbe an seiner linken Hand erregte sofort seine Aufmerksamkeit.

Der Schmied brennt.

Ein Leben, das dem Überleben von Bränden gewidmet war.

„Verstehen Sie, warum Sie hier sind?“, fragte Oberst Whitmore.

Josias tiefe Stimme blieb ruhig.

“Jawohl, Sir.”

„Und verstehen Sie, was passieren wird, wenn Sie sich weigern?“

Stille breitete sich zwischen ihnen aus.

Elellanar wurde plötzlich etwas Schreckliches bewusst.

Dies war kein Vorschlag.

Es handelte sich um Nötigung.

 

 

Den Rest sehen Sie auf der nächsten Seite.