In ihrer Jugend begannen die Kinder, ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Emma wurde die Verantwortungsbewusste, die sich um die Jüngeren kümmerte. Lukas und Markus gingen jeweils ihren eigenen Weg – Lukas zum Sport, Markus zur Musik. Sofia wurde die Streberin, immer mit der Nase in einem Buch. Und Noah, der Jüngste, wurde der Träumer, der stets zu den Sternen aufblickte.
Doch sie alle teilten eine gemeinsame Frage: Wer waren sie wirklich? Woher kamen sie? Anna hatte ihnen die Wahrheit über Richard erzählt, aber sie wollten mehr wissen. Sie wollten Bilder sehen, Geschichten hören, verstehen, warum. Und Anna wusste, dass sie sie nicht ewig vor der Wahrheit beschützen konnte. Eines Tages würden sie alles erfahren müssen.
Kapitel 9: Der DNA-Test
Als Emma achtzehn wurde, bat sie um einen DNA-Test. „Ich muss es wissen, Mama“, sagte sie. „Ich muss wissen, ob er wirklich unser Vater ist.“ Anna zögerte. Sie wusste, was die Ergebnisse zeigen würden, aber sie hatte auch Angst davor, was es mit den Kindern anstellen könnte. Dennoch nickte sie. „Wenn du das brauchst, machen wir es.“
Der Test wurde eingeschickt, und die Ergebnisse kamen drei Wochen später. Anna öffnete den Umschlag mit zitternden Händen. Schwarz auf Weiß stand darauf: 99,9 % Wahrscheinlichkeit für die Vaterschaft. Alle fünf waren Richards Kinder. Sie hatte die ganze Zeit die Wahrheit gesagt. Tränen stiegen ihr in die Augen, als sie Emma die Ergebnisse zeigte. „Ich wusste es“, flüsterte Emma. „Aber jetzt haben wir den Beweis.“
Kapitel 10: Die Entscheidung zur Konfrontation
Mit den DNA-Ergebnissen in der Hand diskutierten die Geschwister, was zu tun war. Einige wollten Richard kontaktieren, andere wollten die Sache ruhen lassen. „Er hat uns verlassen“, sagte Markus bitter. „Warum sollten wir ihm die Chance geben, uns noch einmal zu verletzen?“ Aber Emma hatte eine andere Idee. „Nicht für uns. Für Mama. Sie hat es verdient, die Wahrheit zu erfahren.“
Anna hörte ihren Kindern beim Streiten zu, und ihr Herz war voller Stolz. Sie waren stark, weise und gerecht. Schließlich einigten sie sich. Sie würden Richard nicht heimlich kontaktieren. Sie wollten die Wahrheit öffentlich machen, so dass niemand sie ignorieren oder beschönigen konnte. Es war an der Zeit, dass die Stadt erfuhr, was wirklich geschehen war.
Kapitel 11: Die Planung