Er starrte mich lange an. Dann, anstatt zu nicken oder zu widersprechen, nahm er das Ledernotizbuch aus seiner Westentasche und reichte es mir.
„Er hat mich aufgefordert, den Mund zu halten“, sagte sie. „Aber ich kann nicht mehr.“
Meine Brust schloss sich.
—Was verbarg er?
Er holte tief Luft.
Vor sechzig Jahren, noch vor deiner Geburt, bekam deine Mutter ein Kind. Einen Jungen. Sie war neunzehn, unverheiratet, und ihre Familie erlaubte ihr nicht, ihn zu behalten.
Der Parkplatz neigte sich unter meinen Füßen. Mir wurde es klar, noch bevor ich den Satz beendet hatte.
„Sie gab ihn zur Adoption frei“, fuhr Louis fort. „Jahre später ließ sie seinen Namen vorsichtshalber in ein Adoptionsregister eintragen. Vor einem Jahr fand das Kind sie wieder.“
Das Foto. Die Schultern. Der Blick seiner Mutter.
„Du“, flüsterte ich.
-ICH.
Seine riesigen Hände hingen leer und unterwürfig an seinen Seiten.
„Er wollte nicht sterben, ohne mich kennengelernt zu haben, Margaret. Und er wollte dich dabei nicht verlieren.“
Alle Mauern, die ich in mir errichtet hatte, sind eingestürzt.